Neutron Kickstarter: PC im Handtaschenformat

Neutron
Der ein oder andere hat vielleicht schon davon gehört: Neutron nennt sich der Mini-PC im Acrylgehäuse, den die Firma Atom Computer aus San Diego derzeit via Kickstarter zu finanzieren versucht. Dabei handelt es sich um einen vollwertigen Computer mit x64-Architektur, heißt darauf läuft ein normales Windows OS ohne Probleme. Das billigste Modell soll mit einer Intel Core i3 Haswell CPU, 8GB DDR3-RAM, 256GB SSD und vorinstalliertem Windows 8.1 kommen und ist mit einem Kaufpreis von 900$ leider kein billiger Spaß.

Die Firma selbst bewirbt den Mini-PC als die Zukunft der Computer („Next Unit of Computing“). Natürlich, immer kleinere Hardware liegt im Trend (Intel fertigt bald in 10nm!). Auch kann man mit einem Neutron sein gesamtes System locker in der Tasche überall mit hin nehmen und muss nicht USB-Sticks oder Clouds benutzen. Dennoch sehe ich an diesem Konzept einige Probleme:

1. Preis
900$ für das billigste Modell ist schon happig. Da würde sogar ich als Nicht-Fanboy vermutlich einen Mac Mini bevorzugen. Dieser kommt mit ähnlichen oder teils sogar besseren Hardware-Specs. Auch ließe sich darauf Windows installieren. Am wichtisten finde ich allerdings den Wiederverkaufswert, wenn die Hardware outdated ist. Dieser ist bei Apple nunmal auf Grund der Marke deutlich höher.

2. Komponententausch
Wo wir gleich bei Wiederverkaufswert sind. Was, wenn der eingebaute i3 Prozessor oder die 256GB Speicher nicht mehr reichen? Austauschen lässt sich bei solch einem Mini-PC nichts. Was bleibt ist der Weiterverkauf, um dann ein komplett neues Modell zu kaufen. Das ist übrigens bis jetzt der Grund, weshalb ich persönlich sogar Computer als Tower den Laptops und eben diesen Mini-System bevorzuge: Dort kann ich beispielsweise RAM erweitern oder eine zusätzliche Festplatte einbauen und muss nichts komplett neu anschaffen.

3. Leistung
Der Neutron mit einem Intel i3 oder i5 wird beworben, so schnell wie ein handelsüblicher PC zu sein aber dabei weniger als dieser zu verbrauchen. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, denn der Neutron hat schließlich nur eine passive Kühlung. Was möglich wäre ist die M-Variante, also die mobile Version der Haswell CPUs. Doch selbst dann frage ich mich, wie das mit der Kühlung klappt. Werden die CPUs untertaktet? Auf der Kickstarter-Seite zum Neutron finden sich dazu leider keine Infos.

Neutron im Rucksack

Wie man sieht hat das Konzept des Neutrons leider ein paar Schwächen, weshalb ich nicht denke dass sich dieses in geraumer Zeit durchsetzen wird. Wer das Kickstarter-Projekt trotzdem mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies natürlich hier tun.

Technikbegeistert seit Tag 1.

1 Kommentar

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  • Thomas
    on

    Crowfunding Plattformen kann für solche Projekte eine tolle Chance sein, die genutzt werden sollte. In der Vergangenheit haben sich dadurch schon tolle Projekte realisieren lassen.

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